SEO für Banken: Unbekannte Disziplin für Webauftritte von Banken?

Geschrieben von Alexander Neumayer am 19. August 2010 | Kategorisiert unter Branchentrends, Vertriebskanäle, Werbung


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Suchmaschinenoptimierung (SEO – Search Engine Optimization) ist für Internetauftritte heutzutage unerlässlich und zudem eine günstige Möglichkeit, um von Interessenten gefunden zu werden. Aber wie weit sind Banken bei diesem Thema?

Ich habe mir mal angesehen, wie unsere österreichischen Bank bei verschiedenen, einfachen Suchbegriffen gefunden oder nicht gefunden werden. Die Suchergebnisse geben jedenfalls einigen Aufschluß darauf, wie intensiv sich die Banken um Suchmaschinen-Optimierung heute kümmern.

Setzt man sich nicht mit dem Thema auseinander, erscheint es vielleicht unwichtig. Aber täglich prasseln viele Millionen Suchanfragen bei Google und Co. ein und diese entscheiden darüber, wohin die Suchenden geleitet werden. Das ist zumindest die gängige Meinung, denn nur wenige wissen, dass man die Suchergebnisse sehr wohl beeinflussen kann. Nicht durch Erkaufen oder irgendwelche Tools, sondern über die Art und Weise, wie man seine Webseite gestaltet.

Wie arbeiten Suchmaschinen?

Als Larry Page und Sergej Brin, die Gründer von Google, als Studenten Ende der 90er-Jahre planten, das “ganze Internet” downzuloaden, wurden sie zunächst ausgelacht. Für ihr Verständnis einer bestmöglichen Internet-Suchmaschine war das aber nötig und so starten sie damit. Heute betreibt Google deswegen schätzungsweise bis zu 1 Mio. Internet-Server, um das ständig wachsende Internet für schnelle und beste Suchergebnisse abzubilden.

Das Prinzip von Google (und in der Folge haben andere Suchmaschinen Google weitestgehend kopiert) ist, für einen Suchbegriff die thematisch relevantesten Internetseiten zu präsentieren. Wie kann man das schaffen? Die Google-Gründer sind dabei sehr strukturiert und logisch vorgegangen. Einerseits natürlich, indem man den Inhalt der Webseiten analysiert und thematisch bewertet. Neben den Inhalten spielt aber auch eine Rolle, wie gewisse Inhalte, Wörter und Phrasen auf der Webseite verwendet werden, wo sie stehen, wie sie formatiert sind, uvm. Zum zweiten zeigt sich die Relevanz Webseite darin, wie viele andere Webseiten auf diese verlinken und sie damit ihren Besuchern empfehlen. Und nicht nur das, sondern es spielt natürlich auch der Zusammenhang der Verlinkung eine Rolle.

All das sind Dinge, auf die man bei der Gestaltung von Webseiten, auch von Banken, heute Rücksicht nehmen kann. Wenn man Sie kennt. Zwar sind nicht die gesamten Algorithmen von Google und Co. veröffentlicht, aber die wesentlichsten kennt “man” heute in der Szene der Suchmaschinen-Optimierer. Und auch für den Aufbau sogenannter “Backlinks”, also Verlinkungen “von außen”, die die Suchmaschinen-Bewertung steigern, gibt’s erfolgreiche Vorgehensweisen. Und für beide Themen gibt’s unzählige Tools.

Wozu das Ganze?

“Wir kommen eh auf der ersten oder zweiten Seite vor”! Dazu möchte ich auf die vielen Erkenntnisse zum Klickverhalten der Internetuser auf Suchergebnisseiten verweisen. Zuletzt hat das für Österreich das Webmagazin WebWizard.at mit den Ergebnissen gemacht, die Google mittels Google Webmastertools zur Verfügung stellt. Man hat rund 2 Mio. Suchergebnisse mit rund 200.000 Klicks untersucht und kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie viele andere Studien.

So klicken 48% und damit fast jeder zweite Internetuser auf den 1. Eintrag in der Suchergebnisliste! Auf den zweiten Eintrag entfallen mit 26% schon deutlich weniger und der dritte Eintrag erreicht gar nur mehr 18%! Der vierte erreicht 11% und der fünfte 9%. Alle restlichen Einträge auf der ersten Seite, also der sechste bis zum zehnten, erreichen  zusammen (!) nur mehr 6%!

Das macht deutlich, dass es nicht reicht, auf der ersten Seite vertreten zu sein. Steigert man sich nur um einen Platz kann man z.T. die Zugriffe durch Suchmaschinen annähernd verdoppeln, von Platz 2 auf 1 sogar um 80%! Es ist also keineswegs egal, wenn man im Internet zu relevanten Suchbegriffen gefunden werden will, z.B. zu Produkten.

Wie schneiden die Banken ab?

Für mich war die zitierte Analyse Anlass, mir die Positionen einiger Banken bei der Suche nach gängigen Standardprodukten mit einem speziellen Tool anzusehen. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass Banken diesem Thema offensichtlich zumindest zum Teil noch nicht viel Aufmerksamkeit schenken.

Der Marktführer im Privatkundengeschäft, Raiffeisen, ist beispielsweise bei der einfachen Suche nach “Gehaltskonto” nicht in den Suchergebnissen vorhanden. Zwar wird aktuell bzw. bis vor kurzem in klassischen Medien für das Gehaltskonto bei Raiffeisenbanken geworben, aber zu einer Optimierung des Internetauftritts, damit dieser bei der Suche gefunden wird, hat es offensichtlich nicht geführt. Andere Banken sind zum Teil auch nicht besser, so ist auch nichts von der Bank Austria, der BAWAG und von der Volksbank zu finden. Andere sind zwar vereinzelt vorhanden,  z.B. die Sparkassen auf Platz 17 , aber hauptsächlich findet man die Arbeiterkammer (!), den VKI und diverse Vergleichsseiten. Sogar meine beiden Seiten, die Firmenseite www.new-ways.at und dieser Blog finden sich auf Platz 14 und 21. Und ich bin bei weitem keine Bank ;-)

Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich für den Suchbegriff “Kredit”. Auch hier ist nur die Sparkasse  zu finden, wenngleich auf Seite 4 niemand draufklicken wird. Die Santander Bank dürfte hier die Hausaufgaben erledigt haben, kommt allerdings auch erst nach dem Wikipedia-Eintrag auf Platz eins.

Beim “Sparbuch” dann mehr Präsenz der Banken, bis auf die Bank Austria, die offensichtlich keine Sparbücher anbietet ;-) . Raiffeisen kommt hier sogar auf Platz 5, die Volksbank auf Platz 7. Die BAWAG auf Platz 12 und damit Seite 2 wird schon wieder praktisch keine Zugriffe abbekommen. Und die Sparkassen haben sich binnen weniger Wochen von Platz 21 auf 38 verschlechtern, ja auch das kann man monitoren.

Soweit so gut. Beim Suchbegriff “Bank” findet man dann Gott sei Dank genügend Banken. Wäre auch ein Wahnsinn, wenn das nicht so wäre.

Alles in allem fällt auf, dass Banken, die das Internet als Vertriebskanal betrachten, auch weiter vorne sind. Österreichs erste Direktbank, die easybank, ist bei allen Suchbegriffen immerhin auf Seite 1 zu finden (außer beim Sparbuch. Das bietet man nicht an, aber darum geht’s ja gar nicht, sondern darum gefunden zu werden. und dazu muss man sich auf die Suchbegriffe einstellen liebe easybank). Die Santander Bank bei Krediten wurde schon erwähnt. Ganz im Gegenteil dazu jedoch die ING-Diba, die ähnlich wie die untersuchten Filialbanken praktisch nicht in den Suchergebnissen vorkommt.

Und nun?

Na ja. Man wird jetzt nicht unbedingt als Bank untergehen, wenn man im Internet nicht gefunden wird. Aber vergebene Chancen sind’s schon. Und man muß bedenken, dass es sich um Kontakt handelt, die kostenlos sind. Während viele also Adwords-Kampagnen schalten, um als Werbeanzeige neben den Suchbegriffen mit teuren Klicks Besucher anzuziehen, könnten viele durch relativ einfache Maßnahmen ihre “generische Präsenz” in den Suchergebnissen steigern, ohne laufende Kosten.

Derzeit schaut es so aus, als ob sich die meisten Banken noch nicht mit dem Thema auseinander setzen und die Suchmaschinen-Ergebnisse damit völlig zufällig zustande kommen. Große Chancen also für einen Anbieter ganz nach vorne zu kommen, der damit als erster ernsthaft anfängt ;-)

Zu dem Thema gäbe noch wahnsinnig viel zu erzählen und noch vieles zu analysieren. Suchmaschinen-Optimierung hat sich zu einem riesen Betätigungsfeld im Bereich Online Marketing entwickelt, mit speziellen Aufgaben, spezifischen Knowhow, unzähligen Tools und Leuten, die sich nur darum kümmern.

Wenn Sie mehr zu dem Thema oder zu solchen Analysen erfahren möchten, dann nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf. Ich erzähle Ihnen mehr darüber und meine Erfahrungen mit dem Thema.


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